Semesterferien sind das sadistische Element des Studentenlebens. Zumindest wenn alle Menschen, die einen sonst durch den Tag schleifen pünktlich zum Vorlesungsende von lokalpatriotischen Schüben heimgesucht werden. Flucht nach Kleinpisspott zu Mutterns Rheinischem Sauerbraten und dann sitzt man allein in der stinkenden Großstadt. Und irgendwo unter fetttriefenden Pizzakartons stapeln sich die Seminararbeiten und man muss ja, aber wie soll man, wenn da nichts ist im Kopf. Mit nichts im Kopf kann man nicht schreiben über Stenotypistinnen, die ein Glanz werden wollen und melancholische Jünglinge, denen Meerwunder an Durstbrunnen begegnen. Zumal meinereins kein Verständnis mehr aufbringen möchte für Glanzträume und Melusinenwesen. Dazu müsste man Berge sehen und Auto fahren und Küsse geben und an Montagen Montagsgefühle haben. Also: Lieber Gott, mach mich fromm, damit ich unter Leute komm.

