Lieber Patrick S.,
gestern, da hatte ich zufällig fünf Euro bei mir und dachte, ich höre Dir beim Lesen zu. Und ich hatte ja auch nichts gegen Dich, nur weil Du mit Deinen “poetischen Bilderwelten” in mich dringen wolltest, nein, ich war bereit, Du hättest es mir richtig besorgen können. Dann aber und ich kann nur sagen, lieber Patrick S.: Schäm dich, schäm dich tief. Du hast mir davon gelesen wie Du “Lyriker und Autor” bist und wie die Menschen es nicht verstehen, wenn Du “Lyriker und Autor” bist und “Poeme” machst. Du hast mir Welten gezeigt, entsetzliche Welten, aus barfüßiger Kindheitsidyllik und heimeliger Großvaterverehrung, aus alliterationswürgenden wonnigen Wohlfühlmetaphern, du hast mir mit Deinem “Papierblütenstaub” und Deinen bedeutsam gewinselten “Stadtrandnotizen” bis in die feinsten Enden ästhetischer Empfindsamkeit seltsam-schaurig weh getan. Bitte, lieber Patrick S.: Lass Dir die NEON aus der Schreibhand wachsen, verkauf die Stuckrad-Barre-Sammlung, wasch dir das Langzeitstudentenpathos aus dem Haupthaar. Vielleicht versuchen wir es dann noch einmal miteinander bei fünf Euro an einem Samstag Abend.

