Die Blonde, der ich seit einer Viertelstunde zu erklären versuche, dass ich mit ihr wirklich keinen Kaffee trinken will, weil ich Lesben okay finde, aber keine Menschen mag, hat unverschämt große Brüste. Wir stehen Ecke Kirchplatz an einen Bauzaun gelehnt. Sie erzählt, dass sie noch nicht so lange mit Frauen und so und ich sage “Ja, wirklich?” und finde es erstaunlich, was an Bushaltestellen so alles vorfallen kann. Im Café gegenüber leckt ein i-Dötzchen am Zuckerstreuer, was ich aus Hygienegründen ablehne, aber verstehen kann. Banker hetzen durch die Mittagspause und glotzen der Blonden dabei auf die Brüste. Dann lasse ich mir doch ihre Nummer geben, weil ihr Bus kommt und weil man Bankern prinzipiell nichts durchgehen lassen darf. Die verbringen ihre Zeit ohnehin nur damit, Koks einzuatmen und in abgetrennte Köpfe zu ficken. Das weiß jeder, der ein bisschen liest und an den Arbeitsmarkt glaubt. Heut Abend soll ein Gewitter aufziehen. Ich hoffe, die Blonde wird in ihrem Leben einmal sehr glücklich.

